#D98KOE | Das letzte “normale” Spiel für die Gegengerade

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Einmal mehr war der „große“ FC Köln zu Gast am heimischen Bölle. Gerade zur kalten Jahreszeit gehört zur richtigen Vorbereitung auf das Spiel natürlich auch der Blick auf den Wetterbericht. Dieser drohte mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit sogar mit Regen. Dass es Ende November auch sehr kalt werden kann, ist ebenfalls kein Geheimnis und so machte ich mich am Samstag dick eingepackt auf den Weg ins Stadion. Zwei T-Shirts, ein dicker Pullover, Winterjacke, Handschuhe, Wollmütze und natürlich einem 98er-Schal – so war ich also für das kalte Spiel gewappnet.

In Darmstadt am Hauptbahnhof angekommen schon die erste positive Überraschung: Es war sehr mild, und auch der Himmel sagte „Die Sonne scheint“! Hatte der Wetterbericht wohl doch falsch gelegen…

Mir sollte es recht sein, hatte ich auf der Gegengeraden ja in den letzten Jahren unzählige Spiele erlebt, bei welchen ich bis auf die Knochen nass geworden war. Das doch heute bitte nicht! Das einzige, was heute nass gemacht werden sollte, das waren die Kölner, zumindest so mein Wunschgedanke, aber nach dem starken Auftritt gegen Dresden und der Tabellensituation geschuldet, hörte man im Bus und in der Bahn einheitlich von den Lilienfans: „Heute ein Punkt, würde mir schon reichen,“ „nur nicht abschießen lassen“ sagten wiederum andere. Verstörte Blicke erhielt ein junger Fan, welcher wagemutig von einem Heimsieg sprach.

Die beiden besten Darmstädter Torschützen fielen auch noch aus. Tobi Kempe durfte wegen seiner 5. Gelben Karte nicht spielen und Dursun wurde wegen muskulärer Probleme durch Boyd ersetzt. Wer sollte also die Tore machen?

Am Stadion angekommen lief ich also wie immer hinter der Südkurve in Richtung Gegengerade, dabei wurde ich etwas melancholisch, das letzte Spiel, welches ich also auf der Gegengeraden im Heimbereich verfolgen werden würde. Beim Spiel gegen Ingolstadt ist ja auch der Gästeblock für Heimfans geöffnet. Als dies zum letzten Mal vorkam, hatten wir gegen Memmingen gewonnen und waren in die dritte Liga aufgestiegen. Also ein gutes Omen, gegen Ingolstadt bin ich also mit vielen hundert weiteren Darmstädtern im Gästeblock. Hier sei kurz gesagt, seid schnell, denn das wirklich letzte Spiel im alten Bölle so, wie wir es kennen, wird doch wohl ausverkauft sein.

Angekommen an meinem Platz steigt die Nervosität, der Himmel lacht noch immer, kein Regen in Sicht und Darmstadt spielt richtig guten Fußball. Die erste Halbzeit gehört klar den 98gern, auch wenn das nicht mit einem Tor belohnt wird. Köln hat tatsächlich Probleme, sein Spiel aufzuziehen und so steigt in mir und auch bei allen anderen um mich herum die Hoffnung, da ist heute echt mehr drin, aber zumindest einen Punkt werden wir doch mitnehmen, oder?

In der Halbzeitpause wird darüber gesprochen, wie gut denn die Lilien heute spielen. Viel zugelassen haben sie ja nicht, macht Bock auf mehr.

Eine richtig gute Chance der Darmstädter nach einem Freistoß in der 54. Minute nutzen die Kölner zum Konter, über die linke Seite und zwei Stationen. Schaub hebt den Ball direkt auf die Stirn von Terodde, und wieder einmal aus dem Nichts fällt ein Tor gegen uns. Dabei werden zwei Dinge deutlich: zum einen ist Köln brutal effektiv – und zum anderen Fußball einfach nicht gerecht. Für Simon Terodde war es schon der 17. Treffer im 13. Spiel. Puh, einmal durchatmen. Von der Jonathan-Heimes-Tribüne schallt es „LILIE, LILIE, LILIE“! Auf geht’s, kämpfen, so wie unsere Fans immer weiter machen, so muss doch jetzt ein Zeichen der Mannschaft folgen, ein Tor, das kriegen wir doch noch hin… Langsam beginnt es zu tröpfeln, das passt jetzt zum Spiel, denn Köln wird jetzt etwas stärker und die Darmstädter Spieler lassen sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in die eigene Hälfte drängen, in der Druckphase gibt es mal wieder einen Eckball und der landet irgendwie hinter der Linie, von meinem Platz aus kann ich aber gar nicht sehen, durch wen oder wie der Ball über die Linie kommt. Als Torschütze wird Czichos notiert und über die Lautsprecher verkündet. Drei Minuten später nutzt dann auch noch Cordoba ein grobes Missverständnis und erhöht auf 3:0 aus Sicht der Kölner. Danach sind die Lilien zwar bemüht, aber die Kölner stellen im Anschluss von einer Dreier- auf eine Vierer-Abwehrkette um und somit wird es noch um ein weiteres schwerer Lücken zu finden und den doch so wichtigen Anschlusstreffer zu erzielen. Mit fortschreitender Zeit beißen sich die Darmstädter an der Verteidigung der Kölner die Zähne aus, es gibt kein Durchkommen und die Kölner spielen mit den drei Toren im Rücken geschickt die Zeit von der Uhr.

Schlusspfiff, auf Grund von 15 starken Minuten ein Sieg für Köln, das deutliche Ergebnis spiegelt den Spielverlauf aber nicht wieder und ist um ein Tor bis zwei Tore zu hoch ausgefallen.

In Berlin geht es jetzt um die nächsten drei Punkte – und auf die Leistung gegen Köln können wir aufbauen. Für alle Fans heißt es aber auch, solange es noch Karten für das letzte Spiel des Jahres und das letzte Spiel überhaupt auf der Gegengeraden gibt, seid schnell und kauft Euch ein Ticket – AUSVERKAUFTES HAUS GEGEN DEN FCI!!!

Autor: Florian Schneider

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