Drei, zwei, … – Teenizeitschriften, Musik und 20 Stunden im Bus

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Foto: Hübner

Nein, der Schreiber dieser Zeilen hat keine Holde, die ihn „jede Woche zweimal“ alleine lässt und sitzt nachts da und „wartet nur auf sie“. Sie kommt dann auch nicht nach Haus, „blau wie ihre Beine“ und doch – merkt Ihr schon ganz genau, dass ihm da vermutlich wieder ein Song durch den Kopf spukt. Ein Song, dessen Text zumindest in einzelnen Fragmenten zu dem Leben passt, das er als aktiver Fan eines Fußballvereins seit Jahren führt, und wo ihn die Holde – so es sie gäbe – vermutlich fragen würde „warum sagtest Du mir nicht vorher, dass Du zum Fußball fährst?“…

Tja, und da sind wir dann bei dieser vermutlich noch heute existenten Teeniezeitschrift, die auch der kleine Schreiberling in der Zeit der noch grünen Ohren das ein oder andere Mal in Händen hielt, und an der man gefühlt in den 80ern nicht wirklich vorbeikam. Der Zeitschrift, die nicht nur einen Namen groß machte, in dem sie ihn in Gold, Silber und Bronze vergab, sondern die auch das „Festival der Volxmusik“ auf Platte bannte, aus dem der Song stammt, der hier die Assoziationen weckt.

Samstagmorgen, 4.30 h und der Wecker klingelt. Zum zweiten Mal in dieser Woche geht es so früh raus aus dem Bett, unter die Dusche, in die Klamotten und rein ins Auto, um wieder einmal auswärts zu fahren. Das zwölfte Mal im vierzehnten Auswärtsspiel der Saison. Mach Magdeburg. 460 km. Womit klar war, dass das mindestens sechs Stunden einfache Fahrt im Bus bedeutet und mit An- und Abreise aus dem bzw. in den Odenwald und den 90 Minuten Fußball, ganz ehrlich… Wenn Du das einer potentiellen und klar denkenden Holden vorher sagst, ist fraglich, ob die einen auf „Online-Auktionshaus“ macht und die nach 3, 2, und eins wirklich nimmt…

Doch an solche Dinge denkst Du nicht, wenn Du den jungen Herren und dessen Partnerin mal wieder „viel zu früh ferr die Uhrzeid“ einlädst und Dich durch das Dunkel der Nacht in Richtung Bölle bewegst. Ausladen, Hallo sagen, Deinen Bus finden, den Platz einnehmen – als „Alter“ bekommst Du einen für Dich – und dann stundenlang nicht wirklich schlafen können.

Mit zwei Pausen in etwas mehr als sechs Stunden kommst Du mit der Meute in Magdeburg an. Kurzes Sammeln und rein in die Hütte. Etwas spät, Spiel läuft und der von Dir bereits im Vorbericht angesprochene Support der Heimfans auch. Ziemliche Welle, guter Druck und ohne sie zu sehen eine vermeintliche Mitmachquote, bei der Du der Meinung bist, dass viele Szenen davon nur träumen können. Aufbau, Platz einnehmen, loslegen, selber singen und außer dem Spiel und dem eigenen Gesang erst mal nicht mehr viel wahrnehmen.

Gefühlt um einiges besser als letzte Woche in Fürth. Zumindest mehr Einsatz, mehr Wille, aber der wirkliche Druck – den siehst zumindest Du nicht. Doch auch der Gegner, Magdeburg – die ja gerade auch erst Last-Minute den Dino besiegt hatten – wirkte eher zahnlos. So kommst Du in der Halbzeit zu dem Schluss, „wer den ersten Fehler macht, verliert“. Wahnsinn, dass die Effektivität und das Glück des genutzten ersten Fehlers diesmal auf Seiten der Lilien waren. Reingemurmelt das Ding. Ein Sieg aus der „Da-fragt-in-zehn-Jahren-keine-Sau-mehr-nach-dem-Wie“-Kiste.

Schwalben, Sommer, Siege… aber bei jetzt neun Punkten und noch… – werde ich nicht übermütig und denke auch weiter nur ans jeweils nächste Spiel, treffe mich eventuell unter der Woche mit meinen Leuten… Und war um 11 des Nachts wieder zu Hause im Odenwald.

Autor: Wuschel

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