Vorbericht Holstein Kiel – SV Darmstadt 1898 | KIEL AHOI

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Der SV Darmstadt 98 hat im Abstiegskampf ein kleines Wunder vollbracht und den Tabellenführer Fortuna Düsseldorf am Ostermontag in einem nervenaufreibenden Heimspiel mit 1:0 besiegt, und das mit nur zehn Mann. Die Fortuna rannte vergeblich gegen das Bollwerk der Lilien an. Die Hoffnung, die Talsohle nun Schritt für Schritt zu verlassen, wächst.

Nun geht es beim nächsten Spiel in den hohen Norden – zu Holstein Kiel, den „Störchen“. Der Spitzname von Holstein Kiel ist einfach unverwechselbar. Während zum Beispiel bei den „Löwen“ oder den „Zebras“ zur genaueren Identifizierung des Vereins der Städtename zwingend mit genannt werden muss, ist es bei den „Störchen ” klar – es kann sich nur um den Kieler Sportverein handeln. Warum die Kieler Fußballer gerade von diesem Tier repräsentiert werden? Die Spielkleidung der Holsteiner (klassisch eigentlich weißes Trikot, weiße Hose und rote Stutzen) erinnern an das Federkleid des im Norden beheimateten Schreitvogels.

Nach 36 Jahren fliegen die Störche nun wieder durch die 2. Bundesliga … und wie. Der Deutsche Meister von 1912 spielt so, als wäre er immer bei den Großen dabei gewesen. Deutsche Meisterschaft, das „Double”, olympische Rekorde und mehrere Dekaden Erstklassigkeit – die Geschichte der „Störche” ist reich an Erfolgsgeschichten.

Es gab aber auch eine Menge tiefer Täler, die die Fans gemeinsam mit ihrem Verein durchwandern mussten. Für viele Anhänger der Kieler Sportvereinigung Holstein erscheint die jetzige Situation immer noch wie ein wunderbarer Traum. Sie können sich noch gut an die Zeiten der 90er Jahre erinnern, als mit 106 Zuschauer die absolute Minuszahl die Spiele im Holstein-Stadion verfolgten. Die Gegner der Kieler hießen damals nicht Nürnberg, VFL Bochum oder Union Berlin. Sie hießen Pinneberg, Felde oder Pansdorf.

Trotz aller Veränderungen, trotz aller Erfolge in der 2. Liga, gibt es eine Konstante, die sich die Kieler durch alle Zeiten bewahrt haben. Der Verein ist sehr familiär – sowohl innerhalb der Mannschaft selbst, aber auch in der Verbindung zwischen Team und Fans.

Das familiäre Miteinander von Team und Fans und auch die Tatsache, dass die Kieler Spieler schon über 100 Jahre in ihrem Holstein-Stadion spielen, zeigt viele Gemeinsamkeiten mit den Lilien auf. Trotz aller Sympathie, die dadurch entsteht, wünsche ich Kiel diesmal

KEINE HANDBREIT WASSER UNTERM KIEL!

Autorin: Karin Hohlen