Vorbericht SpVgg Fürth – SV Darmstadt 1898

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Überraschender Abschied und überraschender Neustart

Wie überraschend die Entlassung eines Trainers kommen kann… Dass Torsten Frings von den Fans bereits kritisiert wurde, vor allem nach den letzten Niederlagen und elf sieglosen Spielen, ist irgendwo nachvollziehbar. Allerdings hatte das Präsidium noch in der Vorwoche versucht, mit einer Ansprache an die Mannschaft dem Trainerteam den Rücken zu stärken und damit ein Zeichen gesetzt. Nach der Leistung in Aue sahen sich die Verantwortlichen jedoch zum Handeln gezwungen. Die Spieler mögen zwar „gewollt“ haben, aber die Leistung sprach Bände….

Der SV Darmstadt 98 hat seine Talfahrt im Schneegestöber in Aue fortgesetzt. Das Team bot eine schwache Vorstellung, die von Torsten Frings in der Pressekonferenz auch nicht beschönigt wurde. Die bittere Konsequenz: Weiterhin Platz 16 in der Tabelle, der Relegationsplatz, auf dem man niemals landen wollte. Sinnbildlich für die Situation stand Frings nach dem Abpfiff wie versteinert im sächsischen Schneetreiben…

Und nun, SV Darmstadt 98?

Aytac Sulu und auch andere Spieler fanden öffentlich Worte für Frings’ Abschied: „Du kamst als Trainer und gehst als Freund“ und: „WIR sind für diesen ganzen Mist verantwortlich und nicht DU“. Selten hat wohl eine Mannschaft so auf einen Trainerwechsel reagiert, selbst ehemalige Spieler äußerten sich medial. Auch wir wünschen Torsten Frings alles Gute, vor allem diejenigen, die ihn auch in der täglichen Arbeit kennen lernen durften.

Neue (alte) Besen kehren hoffentlich besser

Wer konnte nun vor dem immens wichtigen Spiel bei Greuther Fürth so kurzfristig den Trainerposten übernehmen? Klar, Dirk Schuster hat die erfolgreichste Zeit des Vereins geprägt und steht mit seiner Art zu arbeiten für die Dinge, die in der aktuellen Situation wichtig sein können. Insofern spekulierten Fans und Medien schon während des Wochenendes über eine mögliche Rückkehr. Und tatsächlich: Am Dienstagmorgen (12.12.) wurde er als neuer Trainer vorgestellt. Er soll nun die Lilien wieder in die Spur bringen. Ein schweres – sein eigenes – Erbe, denn an den vergangenen Erfolg anzuknüpfen, wird nur schwer möglich sein und kann auch nicht erwartet werden. Schuster soll schlicht den Niedergang der Lilien verhindern und beginnt, wie Präsident Fritsch und er selbst auf der Pressekonferenz sagten, bei „Null“. Dennoch: Er kennt die Bedingungen hier wie kaum ein anderer und trägt noch immer das „Darmstädter Kämpfergen“ in sich. Wir hoffen alle sehr, dass es ihm gelingt, das schlingernde Lilienschiff zu stabilisieren und wünschen ihm ein glückliches Händchen!

Auf in den Abstiegskampf!

Am Sonntag findet nun das erste Spiel der Rückrunde gegen Greuther Fürth statt. Auch das „Kleeblatt“ befindet sich im direkten Abstiegskampf und träumt als Tabellenführer der ewigen Zweitliga-Tabelle natürlich vom Klassenerhalt und höheren Gefilden. Und kurz zur Geschichte: Vor der Fusion der SpVgg Fürth mit dem TSV Vestenbergsgreuth hatte Fürth bereits vor ca. 100 Jahren drei deutsche Meisterschaften gefeiert (1914, 1926 und 1929)…

Eine derzeit so angeschlagene Mannschaft wie der SV 98 ist also ein vermeintlich willkommener Gegner, um das Punktekonto aufzustocken und die direkten Abstiegsplätze zu verlassen. Wir sind gespannt, ob es Dirk Schuster bis Sonntag gelingt, die Spieler soweit zu motivieren, dass sie mit Feuer, Herz und Willen ins Spiel gehen. Lasst uns als Fans unseren Teil dazu beitragen, dass Darmstadt wieder Darmstadt wird!

Autorin: Karin Hohlen

1 Kommentar

  1. Als echter Fan – der schon die 4. Liga kannte – ist die jetzige Situation nicht neu. Auch wenn wir oder ich eine Hoffnung hatten – und haben –, dass das nicht nochmals passieren werde. Dennoch: die Pfiffe im Stadion habe ich nicht verstanden oder verstehen wollen. Kritik ja, aber ohne Pfiffe! Frings habe ich gemocht und mag ihn noch immer. Eine Type, die ganz zu uns passt. Deshalb ihm alles erdenklich Gute. Vielleicht sieht man sich wieder! Für Schuster ist das die Chance, die Freistellung von Augsburg in ein Licht zu rücken, die ihn wieder als Trainer »hoffähig« macht. Ich glaube, dass er das weiss und deshalb volles Engagement zeigen wird. Morgen bin ich gespannt: Fürth ist zu schlagen, schauen mer mal, sagte Beckenbauer. Ich bin dabei.

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