Spielbericht FC Erzgebirge Aue – SV Darmstadt 1898 | Ach wie gut…

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Ach wie gut,

dass der TV in zwei Metern Höhe hängt und ne ganze Menge Menschen zwischen mir und einem der beiden Geräte sitzen. Denn ich muss ganz ehrlich sagen, am Freitagabend so irgendwann kurz vor, nach, um die halb neun, da fuhren die Gefühle Achterbahn.

Hätte in diesem Moment im Green Sheep nicht eine sehr liebe und gute Freundin gesessen, die mich schon in Halbzeit eins mehrfach sanft gebremst und dafür gesorgt hat, dass ich mich in Halbzeit zwei benahm wie ein Ahorn-Blatt im herbstlichen Tannenwald – nun, ich glaube, ich hätte ein Problem mit meiner Versicherung und Hausverbot von Achim.

Aber der Reihe nach, der Wuschel nicht beim Spiel? Ja, das erste Mal seit – ach egal, ich bin in Gedanken bei allen 250, die den Trip nach Aue gemacht haben, fühle mit jedem, der hier für weitere 90 Minuten, an deren Ende nicht der Bruch der Serie stand, wieder einmal 12 Stunden und mehr auf sich genommen haben.

Doch wenn ich dann die Videos und Bilder per WhatApp sehe, glaube ich, am TV ist es wesentlich schlimmer.

Klar, im Stadion siehst du auch, dass es wieder nichts wird, die X-te geänderte Aufstellung, wieder einmal ist der mit dem Ball oft die ärmste Sau und findet keine Abnehmer oder im „Tunnel“ mit Ball am Fuß und Blick nach unten und sieht dadurch den frei stehenden nicht. Wieder einmal geht es gegen einen Gegner, der zwar mit unten drin steht, auch (diesmal mit fünf) eine Sieglos-Serie zu verzeichnen hat – und wieder einmal hast du schon nach zwei Minuten das Gefühl, dass der Gegner weiß, um was es geht, den Kampf angenommen hat und bei uns immer noch nicht dem letzten klar ist, um was es wirklich geht.

Nur, im Gegensatz zu uns am TV, könnt ihr euch zur Not noch selber feiern und wegsingen – das TV zeigt dir schonungslos alle Fehler und Lücken und ich stelle fest, ich bin absolut nicht dafür gemacht TV-Fan zu sein.

Die Lage ist nicht erst seit Freitag ernst und ein Reißen der Serie macht nicht gleich alles besser. Die enge Konstellation der Tabelle muss jetzt mehr als Scheißegal sein. Wir alle vom Fan im Stadion, Sessel, am PC oder sonstwo bis hin zur Waschmaschine in den Katakomben müssen jetzt ganz klar anerkennen, dass es bis zum Ende der Saison nur um eines geht – es gibt keine Sicherheit. Es heißt ganz klar Abstiegskampf.

Zu allem anderen wird gerade an anderen Stellen mehr als genug gesagt.

Autor: Wuschel