Spielbericht DFB-Pokal gegen Wolfsburg

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DIE SONNE SCHEINT…“

und dass, obwohl es mittlerweile halb neun ist und eine dicke Wolkendecke den Himmel bedeckt. Für uns darmstädter Fans ist das egal, es kann stürmen oder schneien, wenn unsere Hymne gespielt wird, dann scheint die Sonne. Und in gewisser Weise scheint ja auch die Sonne über unserem SVD, immer wieder überrascht uns unsere Mannschaft mit besseren Leistungen, mit Emotionen und mit Kampfeswillen.

Natürlich steckt uns allen noch die Pokalsensation des letzten Jahres in den Köpfen. Der Verein, der sportlich in die Regionalliga abgestiegen war, gewinnt im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach. Wie hoch stehen die Chancen, dass das noch einmal passiert? Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Natürlich wäre es das Normalste auf der Welt, wenn Wolfsburg gewinnt und ein neutraler Beobachter könnte meinen, dass Darmstadt vor einer unlösbaren Aufgabe steht, aber hier sind 13900 Fans (abgesehen von den geschätzt 300-400 anwesenden Wolfsburgern), die allesamt wissen, dass die unlösbarsten Aufgaben, für dieses Team, die einfachsten sind und die hoffen, dass uns der Fußballgott in diesem wichtigen Spiel wohlgesonnen sein wird.

Das Spiel wird angepfiffen und mit ihm beginnt das Zittern, Bangen und Beten. In der regulären Spielzeit behalten die Gäste die Oberhand. Allerdings fehlt es ihnen an kreativen Ideen um die extrem starke Defensive unserer Lilien auszuhebeln. Währenddessen laueren Stroh-Engel, Sailer, Heller und Co. auf Konter, die aber nur für wenig Torgefahr sorgen. Auf beiden Seiten sind Chancen Mangelware.

Was in der Liga ein eher langweiliges Spiel wäre, das wird im Pokal zu einem Nervenkiller. Mit jeder vergangenen Minute kommt das Elfmeterschießen näher. Die Spannung steigt ins Unermessliche.

Auch in der Verlängerung fielen keine Tore. Behrens kommt in der 97. Minute zu einer guten Chance, nach einem Querpass von Heller. Fünf Minuten später gibt es eine ähnliche Chance, als Ivana für Stroh-Engel vorlegt, doch geht auch dieser Versuch knapp am Tor vorbei.

Als Peter Gagelmann abpfeift toben die Zuschauerränge. Es gibt ein Elfmeterschießen. Manche wollen oder können nicht hinsehen, andere sind voll auf das Tor fokussiert. Warum muss es diese Bande von Wahnsinnigen eigentlich immer spannend machen?

Als Mathenia den ersten Elfmeter von Naldo hält, gibt es auch bei den Fans kein Halten mehr. Es obsiegt die pure Freude und die Hoffnung auf die erneute Sensation. Es folgen Tore von Bregerie, Dost, Behrens, Rodriguez, Holland und De Bruyne. Als Exlager an Keeper Grün scheitert ist alles wieder offen. Dann treffen Olic, Stroh-Engel und Vieirinha. Auf dem Höhepunkt des Pokalspiels scheitert Ivana. Abgesehen von dem wolfsburger Jubel ist es für wenige Sekunden still im Merckstadion am Böllenfalltor, doch dann fassen sich die Fans wieder und singen weiter, wie sie es die vergangenen 120 Spielminuten schon getan haben. Sie bejubeln die Mannschaft für die gewohnt überragende Leistung, die sie seit über einem Jahr in fast jedem Spiel abgerufen haben. An diesem Abend hat einfach das Glück gefehlt.

Als ich das Stadion verlassen habe und mich auf den Weg nach Hause macht, sah ich nach oben an den mittlerweile aufgeklarten Sternenhimmel und dachte: Die Sonne scheint, auch wenn man sie nicht immer sieht.

(Von Stefan Reischl)

Bildcredit „Zooom-Box“

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