Irgendwo zwischen Ja, Nein und Vielleicht

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Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn ihr einen Text schreiben wollt, ihn schon im Kopf habt, oder in einer Diskussion schon genau wisst, was ihr sagen wollt und dann plötzlich der Gedanke kommt, dass ihr das so dann doch nicht bringen könnt oder wollt?
Nein, kennt ihr nicht, oder einige von euch doch – naja eigentlich ja auch egal. Denn zumindest kennen einige von euch die Eingangsfrage dieser wenigen Zeilen hier! Wie der Autor soeben beim Schreiben feststellte ist das nicht das erste Mal, dass einer dieser Texte mit eben der Frage gestartet wird, ob ihr das kennt.

Aber worum genau geht es denn nun jetzt und hier? Im kleinen um das letzte Heimspiel unserer Lilien gegen diesen nicht wirklich sympathischen Verein mit dem „Plastik-Image“ aus Ingolstadt und im großen und Ganzen um das letzte Heimspiel und die Gefühle, die den Schreiber  irgendwie immer noch überkommen und so ab und an auch für ein kurzes Stocken sorgen.
Gefühle? In einem Spielbericht? – Ja! Warum auch nicht. Fußball war, ist und bleibt zumindest nach meiner Assoziation mit und Verständnis von diesem Sport auch immer und ganz klar emotional! Vielleicht nicht in jedem Bereich des Stadions gleichermaßen und mit Sicherheit am Bierstand anders als in den VIP-Tribünen, dem Sitzplatzbereich, dem Familien-Block oder den Ultra-Kurven – aber so ganz ohne jegliche Form des Gefühls ?! Nein, glaub ich nicht dran.
Es ist Samstagmittag, halb zwei, wenige Minuten später kurz nach halb zwei und ich bin verdammt hippelig. Wo zum Bölle bleibt denn Kev, der mich abholen und sicher zum Spiel und nach Hause bringen wollte, warum bin ich denn verdammt nochmal nicht selbst gefahren? Also – was würden wir nur ohne unsere Handys machen – schreib ich ne WhatsApp Text.

„Wie war das noch mit diesem 13:30UHR“? Antwort: “Bin DA, steh vor der Tür“ – Na das hat ja geklappt. Ca ne dreiviertel Stunde später sind wir dann in Darmstadt und warten uns durch die Blechschlange bis vor das Stadion, ich steige aus und Kev sucht nen Parkplatz – wie ich später erfahren sollte, hätte ich ihn dabei besser nicht allein gelassen! Verdammt, der Junge hatte ja in Tokio geparkt und erzählt mir altem Sack was von „n´ kleines Stück zu laufen“. Na Danke.
Am Stadion dann die ersten bereits auf dem Parkplatz getroffen und Fragen beantwortet, geredet, gelächelt, geknuddelt.
Die eine oder der andere kann sich vielleicht vorstellen dass und warum ich bis ins Stadioninnere an den Stand vor „meinen“ Block dann ne gefühlt Ewigkeit gebraucht habe und wir spielen jetzt ein kleines Spiel: Ich gebe euch die drei meistgenannten Antworten und ihr sagt mir die Fragen dazu.
1. Danke, gut.
2. „Samstag“, bzw. „Ja, heute“
3. Nein
Aber auch…, also irgendwann war ich dann drinne, und da kommt der Moment wo du dich fragst, kannst, nein darfst du denn darüber schreiben? In den letzten Wochen gab es doch schon genug Meldungen, gerade von mir selber, darüber wie es mir denn geht. War das nicht eigentlich schon viel zu viel? Tausende, wenn nicht Millionen Menschen waren oder sind krank und um viele wird eben „nicht so ein Wind“ gemacht, mein Respekt gegenüber Johnny, Simon, Lukas und vielen anderen gebietet es mir…
Aber auf der anderen Seite, wenn du kurz vor Anpfiff nochmal aufs Handy guggst bevor du es wie immer bis zum Ende des Spiels weg steckst und da diese „Wo bist du gerade“-Nachricht liest, den Freund von dem diese Frage kommt ausfindig machst um zu fragen was er denn wollte und er dich mit in den Innenraum nimmt – DA hast du schon nen verdammten Klos im Hals!
Wenn dann der Vorsänger was von „mit der Nummer 98 heute wieder im Stadion“ erzählt und der Block („dein“ Block) deinen Namen skandiert und dazu dieses beiden Tapeten zum „Comeback des Jahres“ hochgehen, die dich freundlich grüßen und willkommen heißen – Dann siehst du nicht mehr klar, weil Tränen die Sicht verschleiern und die Gefühle nur noch hochkochen!

Fußball? Ja, er wurde auch gespielt! Ganze 93 Minuten lang, oder vielleicht sogar noch etwas länger, jedenfalls wurde wieder einmal durch Nachspielzeit(en) belegt, dass diese Thesen über die neunzigminütige Dauer eines Fußballspiels schon lange überholt ist.
Ich soll mich ja weniger aufregen und öfter an mein Herz und meinen Blutdruck denken. Aber ich glaube um das zu erreichen, müsste man – wie auf so manchen Fan-Turnieren üblich – gänzlich auf die Schiris verzichten. Und vielleiht am besten auch ab und an ohne die 22 Akteure auf dem Feld auskommen.
Das was da so geboten wird ist zumindest meiner Meinung nach nicht schlecht, aber der verdammte Ball will einfach nicht ins Tor der Ingolstädter und diese Truppe, die da zwar gut austeilt aber nicht gerne einsteckt wird mir sicherlich nicht über Nacht irgendwann mal sympathisch.
So vergeht die erste Hälfte des Spiels mit zwei Nullen am Ende und der Hoffnung, dass das Tor für unsere Lilien nun eben in der zweiten Halbzeit fallen möge, du gehst kurz raus, du kommst wieder rein, redest noch kurz mit deinem Abteilungsleiter der FuFa. Tja und mitten im Gespräch und bei der Beantwortung der bisher unbeantworteten Frage wie denn das Gefühl ist nach zehn Wochen wieder hier zu sein… DA fällt das 1:0 für unsere Lilien.
Das Spiel geht weiter, die Jungs kommen nochmal etwas ins Schwimmen, aber Christian Mathenia fischt da hinten raus, was zu halten ist und Sandro macht in der 85. das 2:0. Einfach nur geil! Der zweiten Heimsieg, du hast – wie so viele andere – beide gesehen, der zweite Sieg in Folge, drei Punkte mehr.
So darf es echt gerne weiter gehen, denn irgendwie ist klar, ein Spiel dauert bis zum Abpfiff und eine Saison bis sie um ist.

So und jetzt gebt mir das Plastik-Sparschwein…

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