Die Ergebnisse der FuFa-Stadion-Umfrage 2016

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Ein ganz großes Dankeschön an die 1022 verifizierten Mitglieder, die an unserer zweiten Stadion-Umfrage teilgenommen haben. Das sind immerhin 16 % der FuFa-Mitglieder! Wir waren auch beeindruckt von den insgesamt 267 teilweise sehr ausführlichen Kommentaren mit vielen Ideen, die wir noch weiter aufbereiten und nachverfolgen werden.

Mit der Umfrage wollten wir ein Meinungsbild einholen und haben daher nur diejenigen Vereinsmitglieder erreicht, die eine eMail-Adresse angegeben und unseren Newsletter nicht abbestellt haben.

Ihr könnt alle Fragen/Antworten und Diagramme in der pdf-Datei „Umfrage Grafiken“ nachlesen. Unser ausführlicher Kommentar folgt hier und ist ebenfalls als pdf-Datei „Kommentar zur FuFa-Umfrage“ erhältlich.

Zu den Umfrage-Grafiken Zum Kommentar zur FuFa-Umfrage


A) Basisfragen zur Struktur der Teilnehmenden

Frage 3: Altersgruppenstruktur der Mitglieder gut widergespiegelt

Fragen 1 und 2 dienten lediglich der Verifizierung der Mitglieder. In Frage 3 fragten wir nach der Altersgruppe, um nachvollziehen zu können, ob jede Altersgruppe in etwa ähnlich stark bei der Umfrage repräsentiert ist. Da uns die aktuelle Mitgliederliste vorliegt, lassen sich Rückschlüsse ziehen auf die Teilnahmequote in den einzelnen Altersgruppen. Die Unter-35jährigen sind leicht unterrepräsentiert, die Über-50jährigen leicht überrepräsentiert.

Altersgruppe

Gesamtzahl 1 Teilgenommen 2

Mitmach-Quote 3

Unter 12 219 (3,2%) 7 (0,7%) 3,2
13-20 339 (5,0%) 39 (3,8%) 11,5
21-35 1905 (28,0%) 234 (22,9%) 12,3
36-50 2665 (39,2%) 411 (40,2%) 15,4
51-65 1472 (21,6%) 292 (28,6%) 19,8
Über 65 203 (3,0%) 39 (3,8%) 19,2

 

1 = Die Prozentzahl in der Klammer gibt den Anteil an der gesamten Anzahl der FuFa-Mitglieder an.
2 = Die Prozentzahl in der Klammer gibt den Anteil an der gesamten Anzahl der Umfrageteilnehmer an.
3 = Die Mitmach-Quote ist der Anteil an Teilnehmern aus der entsprechenden Altersgruppe.

Frage 4: Alt- und Neufans ähnlich stark vertreten

Es zeigt sich, dass gerade in den letzten 5 Jahren insgesamt 37,8 % der Umfrageteilnehmer dazugekommen sind. Etwa dieselbe Anzahl an Teilnehmern (37,5%) ist hingegen seit mehr als 20 Jahren dabei. Die restlichen 24,5 % liegen zwischen 6 und 20 Jahren Lilien-Zugehörigkeit. Das heißt, die Interessen aus Alteingesessenen und Neufans sind hinsichtlich ihrer „Masse“ ähnlich stark vertreten.

Frage 5: Vor allem Dauerkartenbesitzer haben teilgenommen

24,7% der Teilnehmer, die ja alle Mitglieder sind, besitzen keine Dauerkarte und haben demnach (selbstgewählt oder aufgrund der Nachfrage) Schwierigkeiten, an Karten zu kommen. Dies könnte durchaus für eine Vergrößerung der Kapazität sprechen, muss es aber nicht, da es bestimmt auch viele Mitglieder gibt, die nur „Highlight-Spiele“ besuchen möchten.

Frage 6: Häufigkeit des Spielbesuchs

Diese deckt sich im Prinzip mit der Dauerkartenabfrage (Diskrepanz von ca. 8 Prozentpunkten). Dass jemand als Mitglied überhaupt keine Chance auf Tickets hat, ergibt sich hieraus nicht.


B) Die aktuellen Veränderungen

Frage 7 und 8: Aktuelle Veränderungen durch die Stahlrohrtribünen

Hier wurden die Standorte vor und nach dem Aufbau der Stahlrohrtribünen abgefragt, mit einigen interessanten Beobachtungen:

Stadionort bisher künftig Veränderung
Gegengerade 439 399 -40
Nordkurve 92 92 0
Südkurve 235 286 51
A-Block 53 46 -7
B-/C-/S-/D-/E-Block 51 51 0
F-Block/BLOCK1898 55 29 -26
variabel 87 105 18
nirgends 10 14 4

 

Analyse der Teilnahme:

  • Bei einem Verhältnis von 11000 Stehplätzen und 4000 Sitzplätzen im Heimbereich (73 % Stehplätze), ist die große Anzahl an Teilnehmern von Stehbereichen nachvollziehbar (75 % der Teilnehmer), etwas Überhang hat die Südkurve gegenüber der Nordkurve, die Mittelblöcke auf der Tribüne sind deutlich unterrepräsentiert.

Bewegungen:

  • Dass von der unüberdachten Gegengerade auf einen überdachten Bereich gewechselt wird, ist nachvollziehbar. In den Kommentaren wird häufig gefragt, weswegen die Gegengerade trotz der fehlenden Überdachung aber teurer bleibt als die Südtribüne (bessere Sicht wird als Erklärung herangezogen).

  • Auffällig ist, dass die Nordkurven-Besucher gar nicht mit einer Umsiedlung gerechnet zu haben scheinen, da die 92 „Nordkurvler“ auch für die Zeit nach dem Aufbau der Stahlrohrtribünen ihren Platz dort sehen. In den Kommentaren wird die Änderung von 15 € auf 35 € als zu großer Einschnitt wahrgenommen.

  • Der „Umzug“ des Stimmungsblocks in die „Süd“ findet sich in den Zahlen wieder.

  • Dass der Anteil „variabler“ Orte steigt, mag daran liegen, dass eine endgültige Entscheidung über den Ort noch offen war.

  • Da zum Umfragebeginn nicht bekannt war, wie die Aufteilung auf der Süd genau aussieht, ist „künftig“ eigentlich noch stärker zu differenzieren (F-Block ungleich BLOCK1898, Aufteilung in S1 und S2)


C) Zukünftiges Stadion

Frage 9: Wunschstandort im Stadion

Nur noch 53,9 % der Teilnehmer möchten im neuen Stadion stehen (35,5 % auf der Längsseite!). Das sind knapp 20 Prozentpunkte weniger Stehplätze als aktuell, spricht aber in jedem Fall für die Beibehaltung einer Stehmöglichkeit auf einer Geraden. 42,4 % möchten sitzen, allerdings verteilt sich dies auf 37,8 % auf der Längsseite und 4,6 % hinter dem Tor. Hieraus wird deutlich, dass „Sitzen hinter dem Tor“ bislang keine Tradition in Darmstadt hat.

Frage 10: Grundsätzliche Position zum Neubau

198 Personen – ca. 20 % – sind nicht für einen Neubau – nicht einmal am Böllenfalltor. Zwar trägt eine breite Mehrheit von knapp 75 % die Neubau-Pläne mit (unabhängig von der Standortfrage), aber die grundsätzliche Skepsis scheint noch immer groß zu sein.

Frage 11: Bölle oder anderswo?

Wenn es möglich wäre, würden mindestens 43,7 % der Teilnehmer das Bölle auch weiter bevorzugen. Der Wert mag gering scheinen, aber in vielen Kommentaren macht sich bereits eine gewisse „Resignation“ bzgl. des alten Standorts breit. So sind unserer Meinung nach auch die 20 % „mir egal“ zu erklären.

Frage 12: Arheilgen ist der Favorit

Die drei angegebenen Orte kommen insgesamt nur auf ca. 70 %. Davon ist Arheilgen deutlich der beliebteste Standort (31 %), wohl da auf Darmstädter Gemarkung, gefolgt von Weiterstadt (Gebiet, das der Stadt gehört) und Pfungstadt (am weitesten von der Innenstadt entfernt).

Frage 13: Kapazität: Über die 20.000er-Grenze

Eine Kapazität von unter 20.000 Plätzen ist laut der Umfrage eigentlich nicht vermittelbar (14 %). Die Lilienfans fordern allerdings auch keine utopischen Zahlen jenseits der 30.000. Das Gewicht liegt auf einer Zahl um die knapp 25.000.

Frage 14: Wegbleib-Furcht scheinbar unbegründet

Die Meinung, den Lilienspielen an einem anderen Standort fernbleiben zu wollen, scheint unter den Teilnehmern nicht sehr verankert zu sein. Nur 18 Teilnehmer (knapp 2 %) würden definitiv keine Spiele besuchen wollen. Dass 72 Personen noch unentschieden sind, sollte dennoch aufhorchen lassen.

Frage 15: Identität

Die mit 60 % am häufigsten gewählte Antwort ist, dass das Stadion schon identitätsstiftend, aber nur ein Teilaspekt ist. Für uns heißt das: Bleiben die anderen scheinbar existierenden, aber nicht näher beschriebenen Teilaspekte von Identität präsent und wird ein neuer Ort fannah vermittelt, scheint die Stadion-Tradition „transferierbar“ zu sein. Dennoch sind die 21 % nicht wegzudiskutieren, für die das Böllenfalltor tatsächlich essenzieller Teil ist. Das deckt sich fast exakt mit der Anzahl an Teilnehmern, die gar nicht erst für einen Umbau sind, allerdings haben wir die Korrelationen noch nicht überprüft.

Frage 16: Ziel der Vereinsentwicklung

Eine Mehrheit von fast 80 % sieht die langfristige Etablierung als Profimannschaft als das Hauptziel. Doch immerhin 13 % sehen (die Gründe haben wir nicht konkret erfragt, ob wegen besserer Stimmung, Festhalten am Stadion oder aus Vereinstreue) eine Rückkehr in die 3. Liga oder tiefer weniger als Problem an.

Frage 17: Nicht nur das Stadion macht Profifußball aus

Die direkte Korrelation sehen immerhin gut 30 %. Die Mehrheit von gut 50 % sieht allerdings neben dem Stadion noch weitere (wieder nicht konkretisierte) Faktoren als wichtig zur Etablierung im Profifußball an. 16 % sehen nur eine geringe oder keine Korrelation. Die Handlungsaufforderung sehen wir darin, zu überlegen, wie man zusätzlich zu einem neuen Stadion die Etablierung im Profifußball angehen will. Ein Stadion alleine macht keinen Profifußball.

Frage 18: Die „Angst“-Frage

Von den vier formulierten Ängsten vor einem Umzug/Festhalten am Standort und deren Begründung liegen die meisten Befürchtungen am Verlust der Wettbewerbsfähigkeit (36 %), vor der Angst vor Lizenzverlust (27 %). Somit sehen 63 % der Teilnehmer einen Verbleib am aktuellen Standort eher kritisch. Dennoch sehen insgesamt 30 % wiederum einen neuen Standort kritisch, vor allem wegen des Verlustes der Fankultur, weniger wegen der finanziellen Risiken. Die grundsätzliche Angst vor Veränderung scheint hierbei größer zu sein als die Angst vor finanziellem Kollaps, was durchaus als Vertrauensbeweis hinsichtlich der wirtschaftlichen Seriosität des Vereinspräsidiums gesehen werden kann.

Frage 19: Fannahes Stadion

Die vom Fanbündnis vorgestellten Pläne werden weiterhin fast uneingeschränkt unterstützt. Nur 3,5 % sprechen sich dagegen aus.

Frage 20: Informationspolitik – gemischtes Stimmungsbild

Die Unzufriedenheit mit der Informationspolitik ist gegenüber der Stadt Darmstadt am größten, mit einem Wert von 4,04 liegt sie deutlich im negativen Bereich. Der Hauptverein selbst schneidet mit einem Wert von 2,5 ab. Dass die FuFa am positivsten bewertet wird, freut uns sehr, mag aber auch daran liegen, dass wir bislang versucht haben, zwischen den Beteiligten zu vermitteln, immer mehr als die Stelle zur Vertretung von Mitglieder-Interessen wahrgenommen werden und nun die Umfrage gestartet haben.


D) Die Rolle der FuFa

Frage 21: FuFa-Positionspapier wird insgesamt für (eher) gut gehalten

Zunächst einmal haben das Papier nur knapp 80 % der Teilnehmer vor unserer Umfrage wahrgenommen. Dass allerdings nur ca. 4,4 % das Papier für schlecht halten, davon nur 8 Personen für „sehr schlecht“, nehmen wir als Kompliment. Dennoch ist das Papier nicht uneingeschränkt positiv angekommen, von den 73,6 %, die es insgesamt für gut halten, sind nur 27,5 Prozentpunkte uneingeschränkt.

Frage 22: Die FuFa ist sicher nicht überpräsent

Wenn nur 19 Personen (knapp 2 %) der Meinung sind, dass wir uns nicht häufiger äußern sollen, nehmen wir das Resultat dieser Frage als Bestätigung der aktuellen Arbeit (43 %) bzw. als Ermunterung, noch häufiger aktiv zu werden (51 %).

Frage 23: Die Gretchen-Frage – FAZIT

Hier zeigt sich ein sehr heterogenes Bild unter den Mitgliedern: Knapp ein Drittel der Mitglieder wünscht sich von der FuFa, sich für den Böllenfalltor-Standort einzusetzen, knapp die Hälfte fordert uns auf, einen Stadion-Neubau an einem anderen Ort zu forcieren. Neutral zu bleiben raten uns 17,5 %. Unserer Meinung nach liegt es künftig an allen aktiv Beteiligten, mit Fakten und Offenheit Klarheit zu schaffen, Leute argumentativ mitzunehmen, ihre Ängste wahrzunehmen und zuzuhören. Die Kommentare zeigen, dass die Bereitschaft hoch ist, mit anzupacken, einen Beitrag zu leisten, wenn im Gegenzug Herz und Seele des Vereins bestehen bleiben und nicht den neuen Zeiten „geopfert“ werden. Die Umfrage zeigt: Wenn der Verein einen anderen Standort als alternativlos betrachtet, wonach es derzeit aussieht, werden die Leute prinzipiell diesen Weg mitgehen. Es wird aber entscheidend sein, wie dieser Weg gestaltet wird.

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