Die Lilien blieben DA!

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Die Lilien blieben DA!

Im Mai 2015 reckten die Spieler des VfL Wolfsburg erstmals den DFB Pokal in die Höhe. Beinahe wäre es jedoch nicht so weit gekommen. Kämpferische Lilien bäumten sich in der ersten Pokalrunde gegen die Wölfe auf und so stand es nach 120 gespielten Minuten 0:0, ehe der Bundesligist in der Elfmeterlotterie das Glück auf seiner Seite hatte.

Es war das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften seit der Zweitliga-Saison 1992/93. Damals stieg der VfL frisch aus der Regionalliga Nord auf und es kam zu den ersten beiden Partien beider Vereine. Das Hinspiel am Darmstädter Böllenfalltor verloren die Wölfe mit 4:0, konnten jedoch das Rückspiel mit 3:0 für sich entscheiden. Viel ist seit dieser Saison geschehen. Der kaum beachtete Verein aus Niedersachsen entwickelte sich, dank der Finanzkraft von Volkswagen, zu einem ernstzunehmenden Anwärter um die Deutsche Meisterschaft. In der Saison 1996/97, als man in einem Herzschlagfinale den Einzug in die Bundesliga perfekt machte, war dies noch nicht absehbar. Gegen den FSV Mainz 05, der ebenfalls noch aufsteigen konnte, gewann man am letzten Spieltag mit 5:4. Seitdem entwickelte sich der Verein als feste Größe in der Bundesliga und konnte bereits im zweiten Bundesligajahr den Einzug in den UEFA-Cup feiern.

In der Saison 2002/03 zog der Verein in die neu errichtete Volkswagen Arena um. Das 30.000 Zuschauer fassende Stadion ist bei Bundesligaspielen mittlerweile gut gefüllt, bei Pokalspielen gegen unattraktive Gegner kann jedoch auch mal gähnende Leere herrschen (knapp 8.000 Zuschauer sahen die 2. Pokalrundenpartie gegen den FC Heidenheim ).

Nicht zuletzt der Spiegel beschäftigte sich mit den niedrigen Zuschauerzahlen, die nach dessen Ansicht auf viele Aspekte zurück gehen, am meisten auf die recht junge Erfolgsgeschichte der Wölfe, die erst mit dem Aufstieg 1996/97 zutande kam und die Nähe zu Hannover und Braunschweig, die auf traditionsreichere Anhängerschaft zurückgreifen können. Aber gähnend leere Ränge sind auch bei den Lilien bestens bekannt: Auch in den Drittliga-Saisons waren niedrige Zuschauerzahlen keine Seltenheit, vor etwa zwei jahren kamen gegen die U23 vom VfB Stuttgart grade mal 4200 Zuschauer ans Böllenfalltor. Ein halbes Jahr später gelang im Relegationsspiel gegen Bielefeld die Qualifikation zur zweiten Bundesliga.

Aktuell werden etwa 1000 Fans des VfL Wolfsburg am morgigen Spieltag erwartet.

Eng umkämpft war die Deutsche Meisterschaft 2008/09 und niemand hatte den VfL wirklich auf der Rechnung, aber in einer Galavorstellung am 26. Spieltag besiegte man den FC Bayern 5:1, eroberte die Tabellenspitze und gab diese nicht mehr her.

Eine Meisterschaft würde heutzutage nicht mehr überraschen (die Bayern mal außen vor) und der VfL spielt auf jeden Fall ganz weit oben mit. Aktuell belegen die Wölfe den vierten Tabellenplatz mit nur zwei Niederlagen. Unseren 98er zählen ebenfalls zwei Niederlagen, jedoch einen Sieg weniger als der VfL Wolfsburg.

Die demütige Mentalität unserer Lilien macht vielen zu schaffen. Wer schönen Fußball sehen will, ist am Böllenfalltor schlecht bedient. Jedoch sieht man hier ehrlichen Fußball, kämpferisch und ohne Schnickschnack. Auch schon in der zweiten Liga fiel vielen Vereinen die Umstellung auf die teilweise stümperhafte Spielweise der 98er schwer. Es bleibt auf jeden Fall interessant, wie die Wölfe sich auf die 98er einstellen werden.

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