Bundesliga-Spielbericht – Und wieder nichts Zählbares… | #WOBSV98

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Eigentlich sollte man es als Lilien-Fan längst verstanden haben, dass man in der derzeitigen Situation nach Erfolgen nicht zu viel Euphorie haben sollte. Dennoch habe ich mich natürlich von der Euphorie mitreißen lassen: Siege gegen Dortmund und Mainz und eine verdammt gute 1. Halbzeit in Bremen, die dann am Ende eben nicht ausreichte. Aber immer noch die Hoffnung, dass es stetig bergauf geht.

Mit dieser Hoffnung bin ich auch nach Wolfsburg gefahren. Wie schon im Vorbericht geschrieben, eine Pflichtveranstaltung für mich. Wie im letzten Jahr hatte ich meinen Papa dabei. Ich hielt ihn für unseren persönlichen Auswärts-Glücksbringer. Wir hatten nur eine knappe Stunde Anreise und bevor wir ins Stadion gingen, haben wir einfach davor gestanden, die Sonne genossen und die Menschen beobachtet.

Im Heimatdorf war es schon den ganzen Vormittag stürmisch-windig gewesen und plötzlich war die Sonne weg und der Wind auch in Wolfsburg angekommen. Dennoch konnte ich meine Euphorie kaum bremsen. Wir suchten uns den Platz, wo wir im letzten Jahr gestanden hatten, und mein Papa fragte noch, ob der langhaarige Kerl vom letzten Jahr wohl wieder da wäre. War er aber nicht. Stattdessen waren die Ultras diesmal nicht rechts von uns mittig im Stehblock, sondern links, auf der anderen Seite des Gitterzauns im Sitzbereich. Sie sangen und schwenkten ihre Fahnen und daher kann ich auch so gut wie nichts zur 1. Halbzeit sagen.

Ich habe einfach mitgesungen und geklatscht und gehüpft. Und hatte ein ziemlich gutes Gefühl für die Partie. Dieses gute Gefühl endete jäh, als in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch der Gegentreffer fiel.

Für die 2. Halbzeit haben wir uns einen anderen Platz gesucht. Es zog wie Hechtsuppe und mit jeder Minute des Spiels schwand die Hoffnung eines Ausgleichs. An einen Sieg war eh nicht mehr zu denken. Mein Vater raunte mir irgendwann zu, dass Heller spielt, als hätte er keine Lust. Ich hatte irgendwie einen Vorhang von  Enttäuschung vor den Augen. Hatte neue Hoffnung, als früh Platte eingewechselt wurde. Doch irgendwie sollte das alles nicht sein. Unser einziges Glück war wohl Heuer Fernandes, der eine höhere Niederlage verhinderte.

Autorin: Jana Otto

 

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