Bundesliga-Spielbericht – Nach der Dortmund-Niederlage: Diesmal etwas Zählbares!

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Für den absolut verpatzten Auftritt in Dortmund vom vergangenen Samstag, galt es am Dienstagabend Wiedergutmachung zu leisten. Um 20 Uhr wurde die von 15.800 Zuschauern im Stadion verfolgte Partie angepfiffen. Die Saison 15/16 schlossen unsere Gäste aus dem Kraichgau mit 37 Punkten auf Platz 15 ab, der SVD lag mit einem Punkt Vorsprung auf Platz 14. Damals holten die Lilien zuhause am 3. Spieltag in einem hitzigen Spiel einen Punkt (0:0), im Rückspiel gewannen wir auswärts 2:0. Geleitet wurde die Partie von Frank Willenborg, der zum ersten Mal eine Bundesligapartie pfiff.

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Die erste Halbzeit

Nachdem in den vergangenen drei Spielen offensiv nicht viel zu sehen war und defensiv uns manchmal mehr, manchmal weniger (oder besser gesagt auch manchmal gar nicht) nur der Liebe Gott geholfen hat, konnte man nun endlich ein annehmbares Fußballspiel erkennen. Man hat richtig gespürt, dass die Mannschaft etwas Zählbares erkämpfen wollte. Endlich stimmte die Einsatzbereitschaft, es war schnell offensichtlich, dass die Lilien sich nicht so hinten reindrängen lassen werden, wie gegen den BVB. Die Anspannung, die anfangs noch auf den Rängen herrschte legte sich schnell, die Stimmung wurde ausgelassener. Man konnte mit der TSG mithalten.

Die erste Chance des Abends war den Gästen vorbehalten. In der 5. Minute scheiterte Amiri aus spitzem Winkel von rechts am mal wieder bärenstarken Esser. Während man es wie gewohnt dem anderen Team überließ das Spiel zu machen, lauerten die Lilien immer auf Konter. Die gesamte Offensivabteilung wirkte immer aktiv, Steilpässe in die Spitze sollten Heller bedienen, oft fand man aber nicht die passende Schnittstelle oder es ließ sich kein Abnehmer in der Mitte finden (13. und 15. Minute). Man sah das, was man von Darmstadt gewöhnt ist, der Gegner hatte mehr Ballbesitz, kam aber nicht durch die kompakte Verteidigung durch, während man selbst nur einen Konter sauber zu Ende spielen musste.

In der 19. Minute kam Colak aus 17 Metern zum Schuss, setzte den Ball aber leicht über das Hoffenheimer Tor. Kurze Zeit später blockte die Darmstädter Mauer einen Freistoß zur Ecke, dreimal wurde diese postwendend wieder zur Ecke geklärt, beim vierten Mal pflückte Esser den Ball sicher runter, gefährlich wurde es nicht für das Darmstädter Tor.

Für Unmut auf den Stadionrängen sorgte dann eine Schiedsrichterentscheidung in der 31. Spielminute. Gondorf fiel im Strafraum, nachdem Bicakcic ihn am Trikot festhielt. Willenborg entschied nicht auf Elfmeter und musste sich dafür einige Pfiffe von den Zuschauern gefallen lassen. Überhaupt wirkte Willenborg in seiner Bundesligapremiere nicht souverän, aber dazu mehr in der zweiten Halbzeit.

Die größte Gelegenheit in Führung zu gehen hatte Milosevic in der 38. Minute. Nach einem Freistoß kam er noch mit der Fußspitze an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr entscheidend Richtung Tor lenken, sodass er rechts am Pfosten vorbeischoss.

Alles in allem waren die Lilien in der ersten Halbzeit näher an der Führung, als die Hoffenheimer, obwohl diese viel mehr Ballbesitz hatten. Dennoch ging es für beide Mannschaften verdient mit 0:0 in die Pause. In der Halbzeitpause hatte aber niemand so wirklich Angst, dass man dieses Spiel verlieren könnte. Viel zu passiv wirkten die Gegner und viel zu gefährlich die ständigen Gegenstöße. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der SVD in Führung gehen würde, war man sich auf den Rängen sicher.

Die zweite Halbzeit

Eine halbe Minute nach Wiederanpfiff wurde man dann eines Besseren belehrt. Rudy passte flach auf der rechten Außenbahn in die Mitte wo Kramaric lauerte. Er tunnelte Höhn und schoss das Spielgerät in die rechte untere Ecke von Essers Kasten.

Ich persönlich war nach diesem Rückschlag schon ziemlich geknickt, aber dem Team schien es nichts auszumachen. Sie spielten einfach munter weiter, versuchten alles und kämpften sich wieder in die Partie. Man konnte spüren, dass die Mannschaft den Fans nach dem Auftritt in Dortmund etwas zurückgeben wollte.

Die Lilien drehten auf dem Rasen richtig auf, ständige Fouls der Hoffenheimer unterbrachen aber den Spielfluss. Sie waren das einzige Mittel der Hoffenheimer den SVD-Vormarsch zu stoppen, verursachten aber auch gleichzeitig immer gefährliche Freistoßsituationen. In dieser Phase hätte Willenborg durch die eine oder andere Gelbe Karte das Foulspiel der Hoffenheimer unterbinden müssen. Außerdem versuchten sie durch Zeitspiel den Sieg zu retten, was er auch hätte bestrafen können. Den größten Patzer erlaubte er sich aber in der 50. Minute, als Colak von Bicakcic im Strafraum umgerannt wurde. Wieder wurde ein Elfmeter verwehrt, obwohl man diesen wirklich hätte geben sollen.

Es war fast schon schmerzhaft mit anzusehen, wie viele Chancen in dieser Phase liegengelassen wurden. Ein Kopfball von Jungwirth ging über das Tor (53.), Hellers und Colaks Schüsse werden geblockt (65.) und der Hoffenheimer Keeper Baumann fischt den Ball noch aus der rechten Ecke, nachdem Colak eine Ecke von Gondorf direkt aufs Tor brachte (70.).

Dadurch, dass der SVD drückte, wurden aber auch Räume geöffnet, die die TSG für Entlastungsangriffe nutzte. Wenn es mal gefährlich werden sollte, war allerdings Esser immer zur Stelle.

Der späte Ausgleich

Zwei Auswechslungen in der 75. und 83. Minute leiteten den späten Ausgleich ein. Zuerst kam Oliinyk für Kleinheisler, dann Sirigu für Fedetskyy.

In der 2. Minute der Nachspielzeit (die trotz des Hoffenheimer Zeitspiels nur drei Minuten betrug), kam Sirigu, wie schon anderthalb Wochen zuvor im Derby gegen Frankfurt, an der rechten Strafraumkante zum Flanken, diesmal landete die Flanke aber nicht direkt im Tor, sie musste noch von Oliinyk, der am 2. Pfosten alleingelassen lauerte, leicht abgelenkt werden.

1:1 lautete es also nach 93 Minuten. Manchmal braucht man eben wohl einfach nur etwas Geduld um ans Ziel zu kommen. 90 Minuten lang gingen die besten Möglichkeiten nicht ins Tor, aber dann, durch zwei Joker, die eine einfache Flanke schlagen und simpel einschieben, ist der Ball drin. So einfach kann es sein. Unsere Lilien beschenkten sich doch noch selbst mit einem Punkt und feierten zusammen mit den Fans. Nach drei eher schwächeren Spielen konnte man sehen, dass diese Mannschaft in der Bundesliga bestehen kann, wenn sie es nur will.

Kurzer Ausblick

Als nächstes geht es zu unserem Ex-Trainer Dirk Schuster nach Augsburg. Es wird sicher interessant zu sehen sein, wie Schuster versuchen wird das Team zu bezwingen, welches er so sehr geprägt hat. Anpfiff ist am Samstag um 15:30.

Also, mal schauen was wird. Wir lesen uns wieder gegen Augsburg.

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Autor: Stefan Reischl Zu den Spiel-Highlights

 

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