Vorbericht 1. FC Kaiserslautern – SV Darmstadt 1898

0

Wie Phönix aus der Asche der Region

Hmmm, was hadder dann jeddz widder? Vermutlich werrd isch nidd drum rum komme zu lese, wenn ich wisse will, was ferrn Wuschel de saacheumwowenne Vochel midd Fussball zu dun hadd – Ja liebe Leser, genauso sieht es doch eigentlich immer und wenn wir ehrlich sind nicht nur bei meinen Berichten aus, oder? Denn warum die eine Autorin eher Statistiken bemüht, der nächste Autor Geschichte, der dritte sich von seinen Emotionen leiten lässt und die vierte ein Potpourri aus allen Stilen und Informationen in ihren Artikel packt, hängt doch immer von den Perspektiven und Persönlichkeiten der jeweils Schreibenden ab.

Tja, und was hat nun das Spiel unserer Lilien am Freitag bei den roten Teufeln aus der Pfalz, deren wirtschaftliche Wichtigkeit für „die Region“ in jeder Krise betont wird, mit dem Vogel zu tun, der aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wird?

Nun, gehen wir im sportlichen Buch der Erinnerungen an die Geschichte der Bundesliga etwas mehr als knapp zwanzig Jahre zurück, dann sind wir im Jahr 1996 – der FCK, dieser einst große und erfolgreiche Club des Weltmeisters Fritz Walter, war als eines der letzten vier überlebenden Gründungsmitglieder der Bundesliga gerade abgestiegen. Weltmeister Andi Brehme heulte auf dem Rasen und auch andere spätere und schon damals namhafte Kicker hatten den sportlichen Niedergang nicht vermeiden können. Der Verein war am Boden.

Doch nur ein Jahr später war man wieder aufgestiegen, und nicht nur das, dem Verein gelang als bisher einzigem in der Bundesliga – fragt mich jetzt bitte nicht, wie es europa- oder weltweit ist – das Kunststück als Aufsteiger direkt Meister zu werden!

Wie Phönix aus der Asche, auferstanden aus den Ruinen des eigenen sportlichen Niedergangs.

In der Folge stieg man noch mehrere Male ab, war immer mal wieder kurz vor der Insolvenz und träumt seit dem letztmaligen Bundesliga-Abstieg 2012 in der Region immer wieder von der Rückkehr, betont die Wichtigkeit des Vereins und erwähnt vergangene Erfolge. Tja, der Vogel aus der Asche, übrigens eine Gemeinsamkeit mit dem bei Fans der roten Teufel nicht wirklich beliebten Karlsruher SC – denn auch in Kaiserslautern war einer der Vereine, deren Fusion zum letztlich bestehenden führte, einer, der den Feuervogel im Namen trug …

Am Freitag, schon im zweiten Spiel der noch jungen aktuell laufenden Saison, treffen unsere gerade frisch abgestiegenen Lilien, die laut eigener Aussage nicht wirklich Ambitionen auf den direkten Wiederaufstieg haben und eher das Ziel der Etablierung und Professionalisierung eigener Strukturen verfolgen, also auf den seit 5 Jahren wieder nach oben wollenden FCK, der eher gegen das Unten kämpft.

Dass in diesem Duell auch noch Norbert Meier, unter dem die Lilien in der vergangenen Saison nie auf einem direkten Abstiegsplatz waren, der aber von vielen als Verantwortlicher für den schon vor der Saison realistischen sportlichen Niedergang ausgemacht wird, auf der Bank des FCK sitzen wird, gibt dem Duell der beiden Traditionsvereine noch zusätzliche Brisanz.

Wie immer werde ich keinen Tipp hier abgeben, aber ich freue mich auf das Spiel.

Autor: Wuschel

Hinterlassen Sie eine Antwort

Bitte geben Sie einen Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein.